Ohrlochstechen bei Kindern: So machen wir das bei Hippe Girls
Das Ohrlochstechen ist für viele Kinder ein ganz besonderer Moment. Aufregend, schön und oft etwas, worauf sie sich schon eine ganze Weile gefreut haben. Bei Hippe Girls stechen wir bereits seit einigen Jahren Ohrlöcher, und in dieser Zeit haben wir natürlich schon sehr viele Kinder gesehen. Die einen kommen ganz cool herein, die anderen finden es unglaublich aufregend. Und das ist alles völlig in Ordnung.
Was uns besonders wichtig ist, ist, dass ein Kind es wirklich selbst will. Wir legen daher kein festes Mindestalter fest. Das eine Kind weiß schon in jungen Jahren ganz genau, was es will, und versteht sehr gut, was passieren wird, während ein anderes Kind zwar etwas älter ist, aber noch große Zweifel hat. Für uns ist das viel wichtiger als eine Zahl. Will ein Kind es wirklich selbst? Versteht es, was passieren wird? Und fühlt es sich dabei wohl? Dann schauen wir weiter. Aber wenn ein Kind im letzten Moment sagt, dass es doch nicht will, dann hören wir einfach auf. Das Ohrlochstechen soll eine schöne Erinnerung sein und kein Kampf, nur weil der Termin nun einmal feststeht.
Wir sind auch ganz ehrlich, was eines betrifft: Der Einstich tut kurz weh. Wir werden einem Kind nicht erzählen, dass es gar nichts spürt, denn wir finden es gerade unangenehm, wenn es sich dann erschreckt. Es ist ein kurzer, stechender Stich, und danach ist es meistens schnell wieder vorbei. Wir stechen die Ohren nacheinander, sodass ein Kind nach dem ersten Ohr auch weiß, was beim zweiten auf es zukommt. Dennoch stellen wir fest, dass eine ehrliche Erklärung viel besser funktioniert, als zu sagen, es sei völlig schmerzfrei. Die Ohrläppchen sind danach oft kurzzeitig gerötet und warm, aber bis wir gemeinsam in den Spiegel geschaut haben, ist das unangenehme Gefühl meist schon wieder weitgehend verschwunden. Wenn sie aus der Tür gehen, sind sie vor allem stolz auf ihre neuen Ohrringe.
Keine Eilarbeit, sondern sich in Ruhe Zeit nehmen
Das Stechen von Löchern ist bei uns nicht einfach nur eine Frage von „Punkt setzen, stechen und fertig“. Wir nehmen uns in Ruhe Zeit, um zu prüfen, wo die Löcher am besten platziert werden, kontrollieren die Platzierung sorgfältig und erklären, was wir tun werden. Gerade bei Kindern legen wir großen Wert darauf.
Wir arbeiten mit einem professionellen Piercing-System und verschiedenen hypoallergenen Materialien. Nicht jedes Geschäft oder jeder Salon arbeitet mit demselben System, und auch die Empfehlungen zur Nachsorge können erheblich voneinander abweichen. Deshalb halten wir es für wichtig, dass du dich im Vorfeld gut informierst. Fragen Sie, womit gestochen wird, welche Materialien verwendet werden und wie die Nachsorge aussieht. Und was vielleicht noch wichtiger ist: Achten Sie darauf, ob man sich wirklich Zeit für Ihr Kind nimmt.
Warum wir empfehlen, mit dem Wechsel noch etwas zu warten
Eine der Fragen, die uns am häufigsten gestellt wird, lautet: Wann dürfen die ersten Ohrringe herausgenommen werden?
Man hört oft, dass dies nach etwa sechs Wochen möglich ist. Wir halten das selbst für ziemlich früh und raten meist dazu, mindestens 10 bis 12 Wochen zu warten.
Das machen wir nicht einfach so. Ein Ohrläppchen kann von außen schon ganz ruhig und schön aussehen, während das Loch innen noch nicht vollständig verheilt ist. Und genau dort kann es schiefgehen. In dem Moment, in dem du den ersten Ohrring herausnimmst, kann die empfindliche Haut im Loch erneut beschädigt werden. Anschließend steckst du sofort wieder einen neuen Stecker durch denselben Kanal. Dadurch können kleine Wändchen entstehen, die zu Rötungen, Reizungen, Empfindlichkeit oder sogar einer Entzündung führen können.
Und dann denkt man manchmal sofort: Sie verträgt diesen Ohrring nicht. Das kann natürlich sein, aber wir stellen fest, dass Reizungen rund um den ersten Wechselzeitpunkt auch sehr gut dadurch entstehen können, dass das Loch einfach noch nicht ausreichend verheilt war oder beim Wechseln erneut ein wenig beschädigt wurde.
Deshalb sagen wir immer: Lieber etwas zu lange warten als zu kurz. Diese neuen Ohrringe laufen ja nicht weg.
Hinzu kommt, dass das Wechseln nach einer etwas längeren Zeit oft auch einfach leichter von der Hand geht. Ein gut verheilter Einstich ist weniger empfindlich, und ein neuer Stab lässt sich meist leichter hindurchführen. Das macht den ersten Wechsel für Eltern und Kind wesentlich angenehmer. Ist das Ohr nach 10 bis 12 Wochen noch gerötet, empfindlich oder gereizt? Dann warten Sie einfach noch etwas länger.
Eine gute Pflege ist mindestens genauso wichtig
Auch nach dem Einstich ist es wichtig, die Ohren weiterhin gut im Auge zu behalten. Nicht übertrieben, sondern einfach täglich kurz nachsehen. Ist das Ohr nicht röter geworden? Nicht dicker? Verändert sich die Haut nicht? Hat sich kein Haar um den Stäbchen gewickelt?
Vor allem Haare können überraschend oft zu Reizungen führen. Ein Haar kann sich um den Stecker oder die Rückseite verfangen und so unbemerkt am Ohrring ziehen. Gerade bei Kindern mit langen Haaren passiert das schneller, als man denkt. Schauen Sie daher ab und zu auch einmal hinter dem Ohr nach.
Nach dem Duschen oder Haarewaschen solltest du darauf achten, dass hinter dem Ohrring keine Rückstände von Shampoo, Spülung oder anderen Produkten zurückgeblieben sind. Halte die Ohren sauber, arbeite mit sauberen Händen und verwende die für deine Ohrlöcher empfohlene Nachsorge. Wir verwenden bei der Pflege selbst ein Antiseptikum.
Was uns außerdem wichtig ist: Nicht den ganzen Tag daran drehen, ziehen und herumfummeln. Ein frisch gestochenes Ohrloch braucht vor allem Ruhe. Ein bisschen Bewegung beim Reinigen ist etwas anderes, aber ständiges Herumspielen am Ohrring kann gerade zusätzliche Reizungen verursachen.
Auch beim ersten Wechsel gilt: saubere Hände, saubere Ohrringe, ruhig arbeiten und niemals Gewalt anwenden. Wir haben kein bestimmtes Material, von dem wir sagen, dass du es danach unbedingt tragen musst. Wähle vor allem etwas, das dir gefällt und das sich zum Tragen eignet. Viel wichtiger ist es uns, dass das Loch gut verheilt ist und dass du sauber und vorsichtig vorgehst.
Ein gerötetes oder schmerzendes Ohrläppchen bedeutet also nicht automatisch, dass eine Materialallergie vorliegt. Ein zu früher Wechsel, kleine Verletzungen, Haare, Schmutz, viel Bewegung oder einfach zu häufiges Fummeln am Ohr können allesamt zu Reizungen führen.
Wird ein Ohr immer röter, wärmer, geschwollen oder schmerzhafter, tritt viel Sekret aus oder hast du Bedenken? Dann lass es auf jeden Fall von einem Arzt untersuchen.
Unser wichtigster Rat? Gib der Sache Zeit
Letztendlich ist unser Rat eigentlich ganz einfach: Machen Sie die Einstichstelle zu einem angenehmen Erlebnis, seien Sie ehrlich zu Ihrem Kind und geben Sie dem Ohr anschließend in Ruhe Zeit, um zu heilen.
Der Einstich selbst dauert nur ein paar Sekunden, aber die Heilung dauert viel länger. Deshalb warten wir lieber ein paar Wochen zu lange als ein paar Wochen zu kurz.
Hast du nach dem Piercing Fragen zur Pflege, zum Wechseln oder zu den Ohrringen selbst? Du kannst uns jederzeit eine WhatsApp-Nachricht schicken oder eine E-Mail schreiben. Du kannst uns natürlich auch anrufen, aber aufgrund des hohen Andrangs sind wir telefonisch nicht immer gut erreichbar.
